Die USC BasCats Heidelberg sind in der 2. DBBL Süd zu Hause einfach eine Macht. Mit 68:43 gegen Tabellenführer und Südmeister Falcons Bad Homburg gelang zum Abschluss der Hauptrunde ein sehr überzeugender Sieg. Es war der 11. Sieg im elften Heimspiel. Die Playoffs können kommen, die BasCats sind gerüstet.
Es war eine überaus ruppige Partie, stellenweise gar knüppelhart, mit vielen versteckten, aber auch offenen Fouls. Die Schiedsrichter griffen nicht durch, so dass frühzeitig zu befürchten war, dass es Verletzte geben würde. Eda-Ferhan Karabacak musste mit einem Nasenbeinbruch raus, Anne Zipser blieb nach einem der vielen Ellenbogenschläge in den Nacken minutenlang regungslos liegen.
Spielerisch waren die Heidelbergerinnen dem Gegner überlegen, was vor allem an der bärenstarken Hannah Cooper lag. So möchte man die häufig noch zu verhaltene US-Amerikanerin auch in den Playoffs sehen. 21 Punkte, fünf Rebounds, sechs Vorlagen, fünf Ballgewinne, 12/14 Freiwürfe – das lässt sich sehen. Über sieben Ballverluste kann man den Mantel des Schweigens decken, sie wurde auch sehr hart angegangen. Entsprechend diebisch war ihre Freude beim Korb zum 63:39, als sie sich energisch trotz mehrerer Fouls durchsetzte, verwandelte und auch den Bonus-Freiwurf in der Reuse unterbrachte.
Bad Homburg kann den Ausfall seiner Leistungsträgerin Isabel Gregor wegen einer Sprunggelenks-Operation nicht kompensieren. Offensiv war das enttäuschend, was die Falcons boten. So schafften die BasCats im elften Heimspiel den elften Sieg und ließen sich von ihren Fans feiern.
Nach einem pflichtspielfreien letzten Märzwochenende – die BasCats werden noch ein Testspiel bestreiten – beginnen am 5. April die Playoffs mit dem Achtelfinale, das die jeweils besten acht Teams aus Nord und Süd erreicht haben. Um 17 Uhr wird der Nord-Sechste Eimsbütteler TV der Gegner sein, wie gewohnt in der alten Halle des ISSW. Das Rückspiel ist am 13. April um 16.30 Uhr in Hamburg. Bei je einem Sieg für ein Team zählt die Differenz aus beiden Spielen, ein Unentschieden ist also möglich. Sollten die USC BasCats weiterkommen, haben sie im Playoff-Viertelfinale am Ostersamstag, 19. April, wiederum Heimrecht.
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Stenogramm: 0:4 (2.), 8:4 (4.), 8:8 (6), 23:11 (10.), 31:19 (15.), 36:28 (Halbzeit), 46:32 (25.), 53:37 (30.), 68:43 (Endstand).
USC BasCats Heidelberg: Cooper 21/1, Zipser 10, Linder 9/1, Stamenkovic 9/1, Wroblewski 7/1, Irthum 6/1, Simon 6, Emanga, Bieg Salazar, Steins.
Bad Homburg: Nolan 14/1, Bierina 8/1, Niehues 5, T. Steinhoff 4, Oevermann 4, Karabacak 3/1, Holzschuh 3, Rhein 2, J. Steinhoff.
Statistik (BasCats/Bad Homburg)
Dreierquote: 31:17% (5/16:3/18)
Zweierquote: 44:33%
Freiwurfquote: 81:47%
Rebounds: 31:49 (Team 6, Cooper 5, Wroblewski 5, Linder 5, Stamenkovic 5 – Bierina 10, Niehues 10, Team 10)
Assists: 15:9 (Cooper 6 – Oevermann 4)
Turnover: 21:36
Stimmen zum Spiel:
Trainer René Spandauw: „Das war ein überhartes Spiel. Ich habe schon im ersten Viertel zu den Schiedsrichtern gesagt, dass sie das in den Griff bekommen müssen, sonst gibt es Verletzte. Es waren einige gemeine Fouls im Spiel. Mir hat heute die Intensität in der Verteidigung gefallen und dass die Mannschaft Vorgaben besser ausgeführt hat. Alle waren präsent, das war in Leimen nicht so. Wir haben die Körperlichkeit von Bad Homburg angenommen, damit hatten sie Probleme. Isabel Gregor fehlt ihnen natürlich sehr, für mich ist sie die beste Spielerin der 2. Liga. Hannah war über ihre Leistung in Leimen sehr verärgert und hatte sich für heute viel vorgenommen. Sie ist sehr aggressiv zum Korb gezogen. Im Rebound waren wir heute schwach, im Angriff brauchen wir noch etwas mehr Überzeugung bei den Abschlüssen. Aber 68 Punkte gegen ein Team wie Bad Homburg sind sehr gut.“
Helena Linder: „Das war ein super physisches Spiel, das haben wir auch so erwartet. Es waren viele Ellenbogen im Spiel. Wir wollten auf dem Heimcourt noch einmal alles zeigen und haben den 11. Heimsieg geschafft. Den Spaß von heute wollen wir mitnehmen, wir hatten einige schöne Aktionen. Ich fühle mich nach ein paar schwächeren Spielen wieder sicherer. Die Pause jetzt tut uns gut, um Blessuren auszukurieren. Den Norden habe ich noch gar nicht verfolgt, deshalb kann ich zu den Gegnern nichts sagen.“
Hannah Cooper: „Ich denke, unsere Verteidigung hat uns das Spiel gewonnen. Wir haben vom ersten bis zum letzten Viertel dominiert. Wir hatten mehr Energie, mehr Biss, und das hat auch Fehler, die wir gemacht haben, übertüncht.“
Michael Rappe
Alle Paarungen des Playoff-Achtelfinales
Beitragsbild: Anne Zipser und Emma Nolan lieferten sich erbitterte Duelle. Foto: Andreas Gieser