Mit 73:77 nach Verlängerung verloren die USC BasCats Heidelberg das Topspiel der 2. DBBL Süd und gaben dabei den Sieg aus den Händen. Es war die vierte Auswärtsniederlage gegen ein Team der Top 5 in der 2. Liga, nach Wasserburg die zweite nach Verlängerung.
Der Start der BasCats war gut. Ein Dreier von Laurie Irthum und zwei von Julia Wroblewski sowie ein Korb von Anne Zipser sorgten für eine 17:9-Führung. Doch Würzburg verkürzte bis zur ersten Viertelpause auf einen Punkt.
Das zweite Viertel war sehr punktearm, die ersten vier Minuten gab es nur einen Korb für Würzburg. Carla Koch sorgte mit vier Punkten in Folge für eine Fünf-Punkte-Führung zur Halbzeit.
Auch im dritten Viertel hielten die BasCats zumeist eine Führung von drei bis sieben Punkten, ehe ein 7:0-Lauf die „Haie“ in Führung brachte. Carla Bieg Salazar verwandelte fünf Sekunden vor Schluss des Viertels einen Korbleger zum 49:48 für ihr Team.
Das Schlussviertel der regulären Spielzeit verlief ausgeglichen, die BasCats verpassten es aber immer wieder, Führung zu festigen oder auszubauen. Nach Bieg Salazars schönem Dreier zum 58:53 wurde der Vorsprung gleich wieder durch zwei Ballverluste verspielt. Es war die immer stärker werdenden Elizabeth Iseyemi, die zwei Sekunden vor Schluss die Verlängerung ermöglichte.
In der Zusatzspielzeit wechselte sich die Korberfolge zunächst ab, auf Heidelberger Seite punktete aber fast ausschließlich Iseyemi. Johanna Michel entschied die Partie von der Freiwurflinie, Iseyemis Dreipunktetreffer 13 Sekunden vor Schluss kam zu spät.
Michael Rappe
Stenogramm: 4:9 (4.), 11:19 (7.), 18:19 (10.), 24:23 (15.), 27:32 (Halbzeit), 31:38 (23.), 37:43 (25.), 44:43 (28.), 48:49 (30.), 53:58 (35.), 58:61 (39.), 64:64 (40.), 70:70 (43.), 77:70 (45.), 77:73 (Endstand).
Würzburg: Michel 21/2, Wiegand 20/1, Weltz 15, Wenemoser 6, Fuchsbauer 5, Wahl 4, Aigner 3/1, Daub 3/1, Curtis.
USC BasCats: Iseyemi 22/1, Zipser 12, Wroblewski 10/2, Cannon 7/1, Irthum 7/1, Koch 6, Bieg Salazar 5/1, Emanga 4, Linder, Steins, Simon.
Statistik (Würzburg/BasCats)
Dreierquote: 19:27% (5/27:6/22)
Zweierquote: 50:43%
Freiwurfquote: 77:61%
Rebounds: 38:52 (Wiegand 10, Team 8, Michel 5 – Zipser 9, Team 8, Wroblewski 7)
Assists: 12:15 (Weltz 6 – Emanga 5)
Turnover: 15:25
Stimmen zum Spiel:
Trainer René Spandauw: „Die Niederlage ist sehr enttäuschend. Es ärgert mich, dass wir keines der Topteams auswärts geschlagen haben. Wir haben es ihnen zu leichtgemacht, hatten 25 Ballverluste und viele leichte Würfe vergeben. Die Disziplin wie gegen Mainz war nicht da. Ich habe der Mannschaft noch gesagt, dass sie nicht so oft foulen sollen, weil die sehr gut in Freiwürfen sind. Wir müssen lernen, 40 Minuten konsequent zu spielen. Teilweise sind wir einfach zu passiv.“
Elizabeth Iseyemi: „Das ist definitiv eine heftige Niederlage, gerade nach so einer starken Leistung die Woche zuvor. Zu Beginn sind wir von dem abgekommen, was im Angriff für uns funktioniert. Als das nicht geklappt hat und wir früh Foulprobleme bekamen, hat es sich so angefühlt, als wenn wir aufholen müssten, obwohl wir einmal eine höhere Führung hatten. Das ist definitiv nicht das Ergebnis, was wir uns gewünscht haben. Die playoffs kommen immer näher, da ist so eine Auswärtsniederlage schwer zu verkraften. Ich denke, es ist eine Tatsache, dass wir noch sehr viel lernen müssen und wir müssen uns darauf stützen, dass dann jeder seinen besten Basketball spielt. Wir brauchen mehr Konzentration und eine höhere Intensität, wenn die Saison voranschreitet und es um etwas geht.“
Carla Bieg Salazar: „Wir wussten, dass es ein schweres Spiel werden würde und dass die Verteidigung und die Ballkontrolle über das ganze Spiel unser Hauptfokus hätte sein müssen. Wir haben mit viel Intensität und Konzentration begonnen, waren aber nicht in der Lage, das über 45 Minuten zu tun. Zu viele Ballverluste und vermeidbare Fehler haben ihnen erlaubt, ihren Rhythmus zu finden und das hat uns am Ende den Sieg gekostet. Es liegt nun an uns als Team, dieses Spiel zu analysieren, daraus zu lernen und in der kommenden Trainingswoche den nächsten Schritt zu gehen.“
Michael Rappe
Beitragsbild: Anne Zipser konnte die Niederlage in Würzburg trotz zwölf Punkten und neun Rebounds nicht verhindern. Foto: Andreas Gieser